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Herzlich Willkommen zu einer weiteren Folge unseres Video-Blogs.

Der Begriff ‘Burn-Out’ ist heutzutage ein gesellschaftlich weit verbreitetes Thema, doch viele Betroffene merken es selber kaum oder sogar erst dann, wenn sich das Problem bereits im fortgeschrittenen Stadium befindet.

Die Beteiligten und Angehörigen wissen in der Regel kaum, welche ausschlaggebenden Anzeichen zu beachten sind und welche Maßnahmen bei dieser kaum greifbaren Diagnose ergriffen werden sollten.
In dieser Folge möchten wir Ihnen Tipps und Hinweise mit auf den Weg geben, wie das familiäre Umfeld am besten dazu beitragen kann, einen Burnout frühzeitig zu erkennen bzw. wie man dem Betroffenen bei fortgeschrittener Diagnose am besten zur Seite stehen kann.

Transkription des Videos:

Was kann das familiäre Umfeld dazu beitragen, um einen Burnout frühzeitig zu erkennen oder behandeln zu lassen? Oder gar im Vorfeld schon als Prophylaxe etwas zu tun, damit ein Klinikaufenthalt überhaupt erst gar nicht erforderlich wird. Nun das Problem ist, dass die Person, die es betrifft, einen Tunnelblick hat und links und rechts so gut wie nichts mehr wahrnimmt.

Für mich war im Nachgang, nachdem ich wieder in meiner Kraft war, überraschend, wie wenig ich gerade im familiären Umfeld noch die Antennen hatte um zu spüren, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. So wurde ich Monate vorher schon darauf hingewiesen, von meinem Sohn, sowie meiner Frau, dass ich immer so aggressiv reagiere. Meine Aussage war, “Ich bin nicht aggressiv, ich engagiert” und ja es war dann im Nachgang wirklich so, dass ich dann gespürt habe, ich fühlte mich bei allem, was mir jemand gesagt hat sofort persönlich angegriffen. Und im Nachgang muss ich da lachen darüber mit welchen Kleinigkeiten oder anhand welcher Kleinigkeiten, ich dann wirklich aus der Haut gefahren bin und ich glaube das Umfeld merkt schneller, ob jemand abgleitet Richtung Burnout, als die Person selbst. Denn irgendwo stellst du beim Burnout nur noch oder auf dem Weg zum Burnout nur noch darauf ab zu überleben. Es wird alles andere ausgeblendet und man will nur noch seine Aufgaben erfüllen. Ja, denn man möchte ja nicht schwach werden, nicht schwach sein und dann fallen eben Dinge, wie Familie, wie das Umfeld, wie das genaue Hinhören, Zuhören fallen völlig unter den Tisch.  

Ja ich werde oft gefragt, wie das Umfeld unterstützen kann. Und aus meiner Sicht ist es so, wenn der Betroffene in einem Tunnel gelandet ist und nur noch überleben möchte, denn etwas anderes ist das nicht, wird es schwierig diese Person darauf anzusprechen, dass Sie aggressiv ist, dass sie verletzend wird oder sich verletzend verhält. Viel, viel mehr als früher. Das dies überhaupt nicht mehr angenommen wird. Ich denke Fragen zu stellen und zu sagen “Findest du nicht, dass du dich verändert hast?” oder “Früher warst du nicht so aggressiv, wie heute, was kann ich dafür tun, dass es dir besser geht?” führen unter Umständen dazu, so war es bei mir, dass ich selbst Hilfe gesucht hab. Und letztlich einen Arzt aufgesucht hab und gefragt hab: “Mensch, was ist mit mir los?” und  ab dann konnte man mir auch helfen. Aber mit Vorwürfen oder “Du bist immer so aggressiv!” oder sonst was, erreicht man mit Sicherheit überhaupt nichts.