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Herzlich Willkommen zu der zweiten Folge unseres Video-Blogs. Wer längere Zeit unter beständig hoher Belastung steht, dem reichen ein paar Tage Ruhe nicht. Ist das Stress-System konstant überfrachtet, kommt der Wendepunkt unausweichlich – der Moment an dem die Kraft fehlt, es an Antrieb mangelt, die Motivation und Freude im Beruf wie auch privat nicht da sind: Wir sind erschöpft. Jürgen Dawo, der Begründer des WaldResort am Nationalpark Hainich, berichtet über seine Stress-Erfahrungen.

Transkription des Videos:

Stress gibt es ja im beruflichen Bereich, aber nicht weniger im privaten. Wichtig ist, dass wir uns auch immer selbst reflektieren und uns klar sind, wie unser berufliches und unser Freizeitverhalten tatsächlich ist. Denn bei mir war es im Nachgang meines Burnouts so, dass ich hätte schon zwei bis drei Jahre vorher merken können, dass die Entwicklung, die ich nehme, nicht gesund ist. So ist das Freizeitverhalten immer hektischer geworden, es wurde alles vorgeplant und stündlich eingeplant. Auch im Beruf wurden immer mehr Aufgaben auf die To-do-Liste gesetzt und an Entspannung war überhaupt nicht mehr zu denken.

Wenn ich merke, dass ich Freunde verliere, dass sich Menschen von mir abwenden, dass auch in der Beziehung letztlich immer wieder Stress hochkommt, dann muss ich mich spätestens fragen, bin ich noch auf dem richtigen Weg? Ist Spannung und Entspannung bei mir noch in der Balance? Balance heißt eben, dass wir für jeden Bereich unseres Lebens auch entsprechend Zeit einplanen. Körpergesundheit als eine unserer wichtigsten Bereiche, der Beruf, die Familie, Freunde und der Sinn des Lebens, das sind diese vier Teller, wie wir immer am Rotieren halten müssen, wenn wir es als Jongleur mal anschauen möchten. Ein wichtiger Punkt von Stress ist, dass Menschen nicht nein sagen können. Wenn ich nicht nein sage, dann werde ich gemocht. Wenn ich nein sage, könnte der andere ja böse mit mir sein und das möchte ich nicht. Da wir sehr anerkennungssüchtig sind oder viele von uns anerkennungssüchtig sind, fällt es uns schwer, dieses nein auszusprechen. Aber auch das kann man lernen und muss man lernen, denn es bringt uns nichts, wenn wir auch noch die Arbeit von unseren Kolleginnen und Kollegen übernehmen und selbst dann daran zugrunde gehen bzw. eben diesen Stress nicht mehr gesund managen können.

Ganz wichtig ist es, seine persönliche Mitte zu finden, bei sich zu sein. Mir ist es dabei so gegangen, dass ich vor meinem Burnout weite lange Wanderungen durch die Natur gemacht habe in immer kürzerer Zeit, nach Möglichkeit immer mehr Kilometer. Ich bin gejoggt durch den Wald, habe auf die Uhr geschaut, auf die Pulsuhr, wollte leistungssteigernd sein. Und während meiner Auszeit habe ich gemerkt, dass Laufen auch nicht nur nach Zeit wirklich eine heilende Wirkung haben kann, sondern dass dieses Laufen, jeden Schritt zu genießen, also, bei sich zu sein während des Laufes und nicht vor sich wegzulaufen oder zum Ziel zu laufen, wirklich sehr heilsam sein kann.