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Herzlich Willkommen zu einer weiteren Folge unseres Video-Blogs. Über Burnout zu reden, fällt vielen Betroffenen schwer, einige vermeiden sogar sich Hilfe zu suchen. Zu groß ist die Angst vor einer Stigmatisierung mit schweren persönlichen und gesellschaftlichen Folgen. Doch das Thema “Burnout” ist zu ernst, um es auf die leichte Schulter zu nehmen. Diese leidvolle Erfahrung musste auch der WaldResort-Gründer Jürgen Dawo machen. Erfahren Sie mehr darüber im Video. Sind sie von einem Burnout gefährdet? Wir haben einen Stress Ratgeber entwickelt, welcher mögliche Anzeichen aufdeckt.

Transkription des Videos:

Um mit Führungskräften und Unternehmern, Selbständigen, ins Gespräch zu kommen, ist es schwer, das Wort Burnout überhaupt auszusprechen. Wenn ich Führungskräfte frage, ob sie gut einschlafen, ob sie durchschlafen, ob sie heute nicht mehr so leistungsfähig sind, nicht mehr so viele Dinge gleichzeitig bearbeiten können wie früher, dass sie ziemlich schnell angefressen sind oder durch die Decke gehen, all diese Dinge bejahen diese Führungskräfte. Aber das Wort Burnout darf nicht auftauchen. Das hat keiner, will keiner und ist in der heutigen Zeit immer noch verpönt. Bei mir war es letztlich so, dass ich durch Schlafstörungen bei einer Urlaubsreise 2013 auf Zypern nicht mehr von Schlafstörungen sprechen konnte, sondern zwei Wochen überhaupt nicht mehr zu schlafen, dann gar keine andere Lösung gab als einen Arzt aufzusuchen. Und dort wurde dann auch der Burnout diagnostiziert. Ich glaube nicht, dass ich vorher zu einem Arzt gegangen wäre. Ich hatte zwar gemerkt, dass ich aggressiver geworden bin, dass ich mich sehr schnell persönlich angegriffen gefühlt habe, habe dann auch mit einem Coach gearbeitet ein paar Mal, was allerdings dann nichts mehr genützt hat und nur durch diesen Schlafentzug letztlich bin ich dann in medizinische Behandlung gegangen und dann konnte man mir auch helfen.

Der Freizeitstress war einer der Punkte, der mein Umfeld überrascht hat, dass mich überhaupt ein Burnout ereilt hat. Denn acht Wochen Urlaub waren für mich selbstverständlich. Ich hatte Hobbys wie Nationalparkführungen, Segeln und trotzdem ging es bei mir nicht gut. So waren Urlaube, in denen Chance Tierkalender fotografiert habe, immer auf der Jagd nach dem nächsten Motiv anstatt nur zurückzugehen und den Löwen mal beim Fressen zuzuschauen. Immer nur die Jagd auf das nächste Bild. Beim Wandern, beim Segeln, immer Leistungsdruck anstatt die Seele baumeln zu lassen. All diese Dinge, habe ich im Nachgang erkannt, waren Schritte zu diesem Burnout.

Dann fragen mich die Menschen, was machst du heute anders? Und was mache ich heute anders? Wenn ich wandere, dann gehe ich durch den Wald, dann mache ich dieses Waldbaden, sehe ganz genau hin, was links und rechts des Weges wächst, bestimme Pflanzen, fasse mal die Rinde eines Baumes an und achte auf jeden Schritt. Und es ist egal, wie viel Kilometer ich durch den Wald laufe. Wichtig ist mir dabei, dass am Ende eines Waldspaziergangs ich einfach Erfüllung gefunden habe und ich zur Ruhe gekommen bin. Genauso ist es heute, wenn ich jogge, dass ich nicht das Ziel im Auge habe, sondern dass ich jeden Schritt genieße, das Atmen genieße und so bei mir bin und nicht schon im Ziel und bei der nächsten besseren Zeit. Ein Grund, warum es bei mir zum Burnout gekommen ist, war nicht, dass ich geldzentriert war und hinter dem nächsten Euro her war, sondern dass es eine Anerkennungssucht war. Ich war mir nicht klar, dass ich als Mensch wertvoll bin, nur weil ich hier bin. Sondern Werte hatte bei mir immer etwas mit Leistung zu tun. Nur wenn du noch bessere Leistung erbringst, wirst du letztlich auch anerkannt werden. Und das ist das Hamsterrad, in dem sich viele Führungskräfte und Unternehmer befinden. Nur wenn ich Leistung bringe und noch bessere Leistung und noch bessere Projekte, nur dann bin ich etwas wert. Und aus diesem Hamsterrad auszusteigen, das ist das Ziel bei mir persönlich gewesen, während dieser Auszeit und der Heilungsphase, die dann aus dem Burnout herausgeführt hat.